Die Automobilindustrie ist in einer massiven Umbruchphase. Bereits 2017, noch vor der Pandemie, sanken die Absatzzahlen der Auto-Riesen. Hinzu kommt das schrittweise Verbot von Verbrennern und die Produktion im Feld der E-Mobilität.
Durch den Antriebswechsel und die elektronische Aufrüstung der Fahrzeuge nimmt der Einfluss der Informationstechnologien zu.  Die Vernetzung der PKW durch Kommunikationstechnologien und Park- und Fahrassistenz ebnet den Weg für vollautomatisierte Fahrsysteme. 

Oft wird das autonome Fahren in einer entfernten Zukunft verortet. Doch schon jetzt ist ein klarer Trend zur Automatisierung zu erkennen. Auch die Bundesgesetzgebung im Bereich der infrastrukturellen Aufrüstung und verkehrspolitischen Ordnung greift sie bereits auf. Bei einem Spitzengespräch der Bundesregierung mit Automobilwirtschaft und Arbeitnehmervertreter*innen im September 2020 wurde das autonome Fahren als Mobilität der Zukunft und  Konjunkturmotor in der Krise bewertet. Schon heute wirkt sich das autonome Fahren also auf raumpolitische, verkehrspolitische und infrastrukturpolitische Fragen aus. 

Unsere drei Beiträge zeichnen eine kontroverse Debatte des Gesprächskreises Zukunft, Auto, Umwelt, Mobilität der Rosa-Luxemburg-Stiftung nach. Es geht um die Frage, welchen Einfluss die Technologien entfalten, wenn die Automobilindustrie – jenseits gesellschaftlicher Einflussnahme  - weiterhin federführend agiert. Können die Technologien im Sinne eines sozial-ökologischen Umbaus genutzt werden, um einen kollektiven, fahrer:innenlosen Verkehr einzurichten? Können sie einen Beitrag leisten zur Mobilitätswende? Welchen Einfluss hat der Wandel auf die Bundesgesetzgebung und den Ausbau einer digitalen Straßeninfrastruktur schon heute? Und wer trägt die Kosten dafür?

Schöne smarte Verkehrswelt. Oder: Die Algorithmisierung des Zebrastreifens Von Markus Euskirchen 

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