»Nahtlosigkeit« beschreibt Formen der Kommunikation, die geographische Distanz überschreiten. Diese Ideologie erinnert an Begriffe aus den 1960er Jahren: zum Beispiel den des »globalen Dorfes« von Marshall McLuhan (1964), der die Existenz jenseits geographischer Grenzen beschreiben sollte. Mit Einführung des Begriffs der »ortlosen Gemeinschaft« (non-place community) schlug Melvin M. Webber (1967) vor, die traditionelle Vorstellung von »Gemeinschaften«, die Individuen binden, durch »Gemeinschaften der Erreichbarkeit« zu ersetzen. Beim gegenwärtigen Stand der Verbreitung der Kommunikationstechnologien, so ungleich sie auch verteilt sind, können Gemeinschaften tatsächlich unabhängig von den geographischen Orten ihrer Mitglieder existieren. Mittlerweile ist das »Netzwerk« als Modell und Metapher zunehmend populär geworden, um alternative Organisationsstrukturen zu erfassen – nicht nur in sozialen Gemeinschaften, sondern auch in politischen, administrativen, kulturellen und in anderen autonomen Bereichen (Barvy 2001).