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Was ist reproduktiver Rassismus?

Gespräch mit Sophia Siddiqui
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»Unendlich recycelbare Mythen«

Zu den politischen Herausforderungen reproduktiver Gerechtigkeit

Wie der Krisenkapitalismus die Gemeinschaft wiederentdeckt

§219a wird laut Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung gestrichen werden. Das ist gut und  überfällig. Die schlechte Nachricht: §218 bleibt unangetastet.

Wie die Berliner Krankenhausbewegung die Streiks bei Charité und Vivantes gewinnt

Wie sich soziale und ökologische Konflikte gegenseitig verstärken

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»Wir müssen mehr über unsere Erfolge sprechen«

Warum Bremen die höchste Impfquote in Deutschland hat

Gespräch mit Claudia Bernhard
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Krankenhausstreik: Do it yourself!

Was bedeutet es, wenn ein Arbeitskampf von den Beschäftigten selbst geführt wird, von Anfang bis Ende? 

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»Am politischen Widerstand gescheitert«

Warum die gesetzliche Personalbemessung in der Krankenpflege in dieser Legislatur scheitert und dennoch notwendig ist

Gespräch mit Grit Genster
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Wie verändert Corona die Arbeitswelt?

Eine Befragung im Industrie- und Dienstleistungssektor.

Gegen die Polarisierung von Krisengewinnern und Krisenverlierern im Krankenhaussektor hilft nur Rekommunalisierung und kostendeckende Finanzierung. 

Kämpfe um das Uniklinikum Gießen/Marburg

Gespräch mit Fabian Dzewas-Rehm, Bettina Böttcher-Dutton und Johannes Eidens

Wie werden Krankenhauskämpfe zur gesellschaftlichen Bewegung?

Gespräch mit Jeannine Sturm und Daniel Schur

Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen in der Pandemie

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»Die Zeche dürfen nicht die Beschäftigten und Pflegekräfte bezahlen«

Gespräch über den geplanten Stellenabbau beim kommunalen Klinikverbund in Bremen

Gespräch mit Jörn Bracker und David Matrai
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Zukunftsplanung für den kommunalen Krankenhausverbund

Pflegeoffensive und Umbau oder Kampf um die letzte Arztstelle?

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Klassenkämpfe während Corona – und Perspektiven für die Zeit danach

Schlaglichter auf die Lage der Beschäftigten in »systemrelevanten Berufen«

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Big Pharma & der Virus

Die Dysfunktionalität des Arznei-Business zeigt sich auch in der Pandemie

Patentschutz behindert Pandemiebekämpfung

Möglichkeiten einer solidarischen Krankenhausfinanzierung

Gespräch mit Volker Gernhardt

Was muss verändert werden, damit Sorgearbeit genauso wertgeschätzt wird, wie die Güterproduktion und der Erwerbsarbeit nicht länger nachgeordnet wird?

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Selbstverteidigung und Befreiung

Wie Schwarze Feministinnen in Brasilien für Demokratie kämpfen

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Gegen Präventionsmüdigkeit hilft nur Beteiligung

Wie ein allumfassendes Konzept von „Public Health“ den Blick in der Coronakrise weiten kann

Gespräch mit Raimund Geene

Über feministische Politik in Zeiten der Pandemie

Gespräch mit Francisca Fernández Droguett

Wissenschaft in gesellschaftspolitischer Verantwortung

Gespräch mit Barbara Schäuble

Kondome, Masken und die Parallelen zwischen HIV- und Corona-Pandemie

Ende der Einigkeit: Die Kräfteverhältnisse im Ringen um einen „Exit“

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Nicht allein ein »Doktor-Problem«

Weshalb es eine sozial-epidemiologische Perspektive auf Corona braucht

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Sexarbeit in Zeiten von COVID-19

Zwischen Verbot und Kampf gegen Marginalisierung

Mit der weltweiten und rasend schnellen Ausbreitung des Coronavirus, der unsere Testkapazitäten und unsere Behandlungsmöglichkeiten erst recht nicht gewachsen sind, steht das lang erwartete Monster nun vor der Tür.

Was sexuelle Selbstbestimmung mit reproduktiver Gerechtigkeit zu tun hat

Wie sich Frauen* über Grenzen hinweg organisieren

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Feminismus in der Türkei

Nicht nur ein Kampf gegen die AKP-Regierung

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Innere Kolonien

Care als Feld einer »neuen Landnahme«

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Wisch und weg?

Welche Chancen bietet die Online-Plattform Helpling für eine gerechtere Verteilung von Hausarbeit?

Interview about femicide and its political meaning

Gespräch mit Alex Wischnewski

Wie wir den Klassenkampf verqueeren können

Eine queere Agenda von den Rändern her

Über SONG und Bündnisse gegen Rechts, ländliche Räume und darüber, wie Politik auch anders geht

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Trotz allem!

Einstiege in eine feministische Transformation

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Gender als symbolischer Kitt

Warum das Konzept genutzt werden kann, um progressive Politiken zu delegitimieren

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Vom Wert der Familienbande

Wenn Neoliberale und Konservative sich das Jawort geben

Die Familien- und Geschlechterpolitik der AFD

Breites Bündnis von Frauenorganisationen gegen antifeministische Politik in der Türkei

Queer-feministische Perspektiven auf die Bewegung für Ernährungssouveränität

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Bedingt selbstbestimmt

Warum der Kampf um Schwangerschaftsabbruch erst begonnen hat

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Ein marginales Zentrum

Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse

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Fem-Ma statt Emma

Warum ich Feministin und Marxistin bin

Klassengedächtnis, Klassenkampf und die Archivar*innen der Zukunft

 Schafft ein, zwei, viele Gesundheitszentren

Die niederländische SP sorgt durch eine offensive Kampagne für ein Umdenken in der Gesundheitsdebatte.

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Die Reproduktionskrise feministisch politisieren

Zwischen neoliberaler Humankapitalproduktion und rechter Refamilialisierung

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»Mehr als Abwesenheit von Krankheit...«

Über Lokale Gesundheitszentren als Orte politischer Praxis

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UmCare – Auf der Suche nach neuen Strategien in Pflege und Gesundheit

Beiträge aus verschiedenen Feldern sozialer Reproduktion

Kalifornische Pflegekräfte erringen sichere Personalbesetzung

Unterstützung auf Augenhöhe

Warum es mehr feministische und ermächtigende Angebote für Betroffene sexualisierter Gewalt braucht

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Vom bürgerlichen Liebesdienst zur »Freiwilligenarbeit« für alle

Die Diskussion um Care-Arbeit ist nicht neu. Von der soziologischen Frauenforschung wurde schon lange kritisiert, dass den sogenannten »Reproduktionsarbeiten« zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Mit dem Slogan „das Private ist politisch“ verlangten schon die Frauenbewegungen der 1970er Jahre eine radikale Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Position der Frauen darin (vgl. Notz 2006). Dazu gehörte auch die Aufhebung der geschlechtshierarchischen Arbeitsteilung.
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»We care« – Aber wer sind ›wir‹?

Kritische Thesen zu ›Care-Beziehungen‹ und politischen Bündnissen
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Nicht im Gleichschritt, aber Hand in Hand

Verbindende Care-Politiken in Pflege und Gesundheit

 

Warum die Digitalisierung der Arbeit Geschlechterverhältnisse kaum berührt
Ideen für eine Soziale Infrastruktur

Transformation aus Kämpfen um soziale Reproduktion entwickeln

Zugespitztes Elend, Kriege, Klimakrise und Armut selbst in den Kernländern des Austeritätskapitalismus sowie deren rechtspopulistische Bearbeitung – Argumente für einen Kurswechsel gibt es genug. Zuletzt war es der Erfolg von SYRIZA in Griechenland, der gezeigt hat: Mehr und mehr Menschen wollen dieses Spiel nicht länger spielen. Nur wie kann der Einstieg in einen Ausstieg aus diesem offensichtlichen Wahnsinn aussehen? In den Krisenanalysen und Praxen einer oftmals in libertär-akademische Milieus zurückgezogenen Linken gerät diese Frage trotz pointierter Kritiken häufig aus dem Blick. In die Auseinandersetzungen marginalisierter Gruppen ist die gesellschaftliche Linke hierzulande wenig involviert, auf die alltäglichen Zwangslagen der Menschen hat sie vielfach nur abstrakte Antworten.

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Child Care Crisis

Kinder, Politik und Transformation
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Sexarbeit ist Arbeit

Jenseits des Hurenstigmas
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Kampf um die Körper

Feministischer Widerstand gegen das Anti-Abtreibungsgesetz in Spanien

Lehren aus der New Yorker Kampagne für eine Grundrechte-Charta der Haushaltsarbeiterinnen
Die große Rezession hat den hiesigen Eliten die einmalige Chance eröffnet, zwei weitreichende Veränderungen voranzutreiben, die zuvor nicht durchsetzungsfähig waren: eine bislang beispiellose Einschränkung und Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen und gleichzeitig die Schwächung der Interessenvertretungen der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst – eine der letzten Bastionen der nordamerikanischen Arbeiterbewegung. Spricht man vom Angriff auf den Öffentlichen Dienst, geht es in der Regel um Kürzungen. Genauso ernst zu nehmen sind aber die damit verbundenen Privatisierungen.
Im letzten Jahrhundert standen das Automobil und seine Produktion im Zentrum von Wertschöpfung und Beschäftigung. Im 21. Jahrhundert könnte die Pflegeindustrie diesen Platz einnehmen. Schon heute arbeiten über eine Million Menschen in Krankenhäusern, darunter 487 000 Pflegekräfte – 47,3 Prozent in Teilzeit.
Die feministische Bloggerin Antje Schrupp diskutiert mit Katrin Mohr - Mitarbeiterin der Bundestagsfraktion die LINKE - über Perspektiven jenseits des Ehegattensplittings: "Splitting für alle" oder eigenständige Existenzsicherung im Rahmen eines egalitären Reproduktionsmodells?
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Beyond Aid

Über den Kampf um ein globales Recht auf Gesundheit
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Für eine feministische Kritik der Bioökonomie

Seit einiger Zeit ist nicht nur von Biopolitik, sondern auch von Bioökonomie die Rede. Gemeint ist damit zumeist die Produktion, Zirkulation und Konsumtion von Körperstoffen, die durch die Anwendung von Biotechnologien vermittelt sind. Allerdings wird der Begriff nicht nur in kritisch-analytischer Absicht gebraucht. Er ist zugleich der Name für ein politisch-ökonomisches und technologisches Zukunftsszenario, das von der OECD (2006) formuliert wurde und in der BRD durch die »Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030« (BMBF 2013) und die Einrichtung des Bio-Ökonomierats im Jahr 2009 aufgenommen wurde.
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Ökonomie der Zeit

Einzelne Sätze aus Marx-Werken herauszunehmen, ist ein gewagtes Unterfangen. Sie stehen in einem bestimmten Kontext, sind oft Repliken. Versuchen wir es trotzdem mit einem Zitat aus den Grundrissen: »Gemeinschaftliche Produktion vorausgesetzt, bleibt die Zeitbestimmung natürlich wesentlich. Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger. Wie bei einem einzelnen Individuum hängt die Allseitigkeit ihrer Entwicklung, ihres Genusses und ihrer Tätigkeit von Zeitersparung ab. Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf.
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Herrschaft als Knoten denken

Märchen sind voll Weisheit zum Einen, voller Moral zum Zweiten und dunkel von Schweigen, dass wir detektivisch Neues entdecken können. Beginnen wir mit dem Fischer und seiner Frau. Obwohl es Spaß macht, den gleichen Refrain immer bedrohlicher zu wiederholen, kommt es hier nur auf das Gerüst an, damit wir die Bauweise auseinandernehmen können.
Die politische Grammatik der Krise
Die Kampagne Caring Across Generations zielt auf eine völlige Umkehr der Art und Weise, wie ­US-AmerikanerInnen über sich selbst und andere, über Arbeit und Ökonomie denken. Es geht darum, zwei Millionen hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und uns allen einen glücklichen und gesunden Lebensabend zu bescheren. Wie das gehen soll, lässt sich nur verstehen, wenn wir zunächst über Pflege sprechen – und zwar laut und deutlich.
»Zum ersten Mal seit langer Zeit wird es der Generation unserer Kinder schlechter gehen als uns.« Diese Ansicht vertreten (zumindest in vielen OECD-Staaten) Kommentatoren aus den unterschiedlichsten politischen Spektren. Dass die südeuropäischen Staaten tief in der Krise stecken, ist allenthalben bekannt – aber Großbritannien? Universitäten haben dort das akademische Jahr mit einschlägigen Kürzungen im Bildungssektor begonnen, sodass die meisten nun das Dreifache an Studiengebühren verlangen: 9000 Pfund pro Jahr, bei einer durchschnittlichen Studienzeit von drei bis vier Jahren.
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»Das weiße Städtchen«. Krankenschwestern streiken in Polen gegen die Privatisierung des Gesundheitswesens

Am 5. Oktober 2012 hatte die polnische Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen OZZPiP zu einer Demonstration aufgerufen.1 Einige tausend Beschäftigte des Gesundheitssektors waren für den Erhalt eines öffentlichen Gesundheitswesens durch Warschau gezogen. Obwohl Ministerpräsident Tusk und Gesundheitsminister Arłukowicz am Vortag noch ihren Willen zur Zusammenarbeit beteuert hatten, wurde eine Delegation der Krankenschwestern »auf der Schwelle« des Premierministers abgefangen, wie die OZZPiP-Vorsitzende Iwona Borchulska es formulierte.
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Verschobene Krisen

Globalisierte Care-Arbeit und neue alte Ungleichheiten
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Wie wir uns selbst outsourcen

Du befasst dich mit dem fast religiösen Glauben der Menschen an den Markt. Dieser soll nun auch persönliche Probleme lösen, obwohl er immer wieder versagt. Warum machen sich die Menschen vom Markt so abhängig? Wir leben nicht mehr in den sozialen Gefügen von früher. Und in den USA verfügen wir auch nicht über ein System öffentlicher Dienstleistungen, wie es in Europa besteht. Also wenden wir uns dem Markt zu. Wir erleben, dass private Dienstleister unser Leben verbessern. Und es entsteht das Gefühl, dass wir sie brauchen, um das »optimale« Privatleben zu haben.
Lange galt Familienpolitik als eher marginalisiertes Politikfeld oder, wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder es formulierte, als »Gedöns«. Seit ihrer Verknüpfung mit demografischen Zielen rückte sie jedoch im letzten Jahrzehnt ins Zentrum medialer und politischer Aufmerksamkeit. Zu einem Projekt staatlicher Bevölkerungsverwaltung geworden, reicht es nicht aus, Familienpolitik als umkämpftes Terrain der Geschlechterpolitik zu verstehen. Aus dem Blick gerät, dass unter massivem Einsatz demografischer Daten die bevölkerungspolitische Leitidee des Staates als steuerndem und planendem Haushälter der Qualität und Quantität von Bevölkerung rehabilitiert und wieder zwischen erwünschten und unerwünschten Bevölkerungsgruppen unterschieden wird. 1
Menschen sind in den vorherrschenden Krisendebatten weitgehend entsorgt. Es geht um Banken, denen es schlecht geht, um Märkte, die nervös reagieren, oder um misswirtschaftende Schuldenstaaten, die den Euro infizieren. In vielen linken Debatten geht es dagegen primär um die Bedeutung des Finanzkapitals. Menschen mit ihren Existenzsorgen und ihrem Zeitstress werden nur am Rande erwähnt.
Seit den 1970er Jahren ist in der Entwicklungspolitik von der »Entdeckung der Frauen« die Rede. Die unermüdlichen Hinweise von Feministinnen, dass Frauen und ihre Arbeit gering geschätzt werden, machte sich die Weltbank zu eigen: Die »unsichtbaren Frauen« sollten sichtbar, als »ungenutzte Ressource« in die Entwicklung integriert und ihre »untergenutzte Arbeit« für Märkte und Wachstum mobilisiert werden. Entdeckung hat bekanntlich viel mit Erfindung zu tun.
Ein Moment organischer Krise
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Feminismus ohne Strategie

Nancy Fraser hatte 2009 argumentiert (»Feminism, Capitalism, and the Cunning of history«, New Left Review), dass feministische Gesellschaftskritik zu einer Modernisierung des Kapitalismus beigetragen habe. Die Kritik am »Familienernährermodell« half Lebens- und Arbeitsweisen zu entgrenzen und zu entsichern. Die neoliberalen Entwendungen feministischer Kritik seien bislang nur unzureichend reflektiert worden.
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Die Kosten unbezahlter Hausarbeit

Gäbe es mehr Geschlechtergerechtigkeit, wenn der Wert von Hausarbeit anerkannt würde? Und würde die Anerkennung unentlohnter Hausarbeit die Lage derjenigen, die sie verrichten, tatsächlich verbessern?
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Liebe, Krise und Klassenverhältnisse

Christina Kaindl: Vielleicht können wir mit der Frage der Klassenverhältnisse beginnen. In deiner Arbeit beschreibst du sehr genau, wie Leute entscheiden, wen sie kennenlernen oder als (Sexual-)PartnerIn auswählen wollen. Es scheint darin sehr viel Mobilität zu geben, neue Wege, wie und wo Partner gefunden werden usw. Siehst du auch Prozesse sozialer Abgrenzung? Eva Illouz: Nein, ich würde nicht von Mobilität sprechen, im Gegenteil – Menschen denken sehr genau darüber nach, wen sie auswählen,
Mit kämpfenden Frauen voran?
Die Wehrpflicht wird in diesem Jahr ausgesetzt und mit ihr der Zivildienst. Vor 50 Jahren, am 10.April 1961, traten die ersten jungen Männer den zivilen Ersatzdienst, wie er bis 1972 hieß, an. Seitdem dienten mehr als 2,5 Millionen in mehr als 37000 Institutionen, darunter die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt. Aus humanitären Gründen zogen sie es vor, Behinderten, Kranken, Kindern oder alten Menschen zu helfen, anstatt sich darauf vorzubereiten, mit der Waffe in der Hand das »Vaterland« zu verteidigen.
Alltägliche Kämpfe um eine zeitgemässe Lebensweise
Das Wartezimmer einer ganz normalen gynäkologischen Praxis in einer ganz normalen Großstadt. Patientinnen warten und blättern in Zeitschriften. Eine davon bin ich. Ich lese in Wartezimmern gern die Brigitte. Zumal, seitdem in ihr keine Models mehr vorkommen, sondern ganz normale Frauen – Frauen wie du und ich. Das ist wie ein großes Suchbild: Finde den Fehler!
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Die Vier-in-einem-Perspektive in der Praxis

Im Heft 2/2011 stellte Frigga Haug den Ansatz der Vier-in-einem-Perspektive (4in1) vor (122ff). Sie orientiert auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Zeitregime: Radikale Verkürzung der Lohnarbeitszeit soll die Beteiligung aller an den Erfordernissen der Reproduktion wie an politischgesellschaftlicher Tätigkeit, Erholung und Bildung ermöglichen. Die vorliegenden Beiträge aus Heft 3/2011 sind ein Einstieg in eine Debatte um praktische Umsetzung und Relevanz des Konzeptes für alltägliche Politik.

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Vier-in-einem-Perspektive - Kompass für die politische Praxis

Die Vier-in-einem-Perspektive (4 in 1) von Frigga Haug orientiert auf eine Veränderung des gesellschaftlichen Zeitregimes: Eine radikale Verkürzung der im Erwerbsleben verbrachten Zeit soll Räume öffnen für die Beteiligung aller nicht nur an den Erfordernissen der menschlichen Reproduktion – dem »Mensch- Mensch-Bereich« –, sondern auch am Bereich politisch-gesellschaftlicher Teilhabe und der »Arbeit an sich selbst«. Haug will oft auf Teilbereiche beschränkte Bewegungen verknüpfen: »diejenigen, die der Lohnarbeit als fremd verfügter Arbeit entspringen; diejenigen, die aus der Verfügung der Männer über die Frauen herrühren; diejenigen, welche die Abtrennung des Politischen von den unmündigen Subalternen durchbrechen; und schließlich diejenigen, die dagegen protestieren, dass den meisten Menschen die konkret-mögliche Entwicklung ihrer Anlagen vorenthalten wird«1. Seit 2008 ist 4 in 1 Gegenstand vielfältiger Debatten. In Ausgabe 2/11 erschien dieser Beitrag als Aufschlag zu einer Debatte, die wir  in loser Folge fortsetzen werden.
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ORGANISIERUNG IN PFLEGE-, SORGE- UND HAUSARBEIT

In linken und feministischen Kontexten herrscht Einigkeit, dass auf die Krisen des Kapitalismus eine zukunftsfähige Antwort nur gefunden werden kann, wenn es zu einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbau kommt. Eine Säule wäre ein Ausbau des öffentlichen Sektors, diskutiert z.B. als CareRevolution (Gabriele Winker, vgl. Luxemburg 3/2010), soziale Infrastruktur (Joachim Hirsch) oder sozialökologischer Umbau (Hans-Jürgen Urban). Es herrscht eine gewisse Nicht-Kommunikation bzw. Arbeitsteilung zwischen den Denkansätzen: Geschlechterforscherinnen entwerfen die Neuorganisation und Aufwertung von Sorge-, Pflege- und Hausarbeit und fordern Staat und Männer auf, diese umzusetzen.
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KONFLIKTE UM PERSÖNLICHE ASSISTENZ

»Persönliche Assistenz« ist ein Modell, das wesentlich von Menschen mit Behinderung entwickelt wurde, um ihren Hilfebedarf zu decken. Die Prinzipien sind einfach: Die Person, die Assistenz erhält – die/der »AssistenznehmerIn« –, bestimmt in Absprache, wer zu welcher Zeit die Assistenz leistet, was die Assistierenden wie tun und wo assistiert wird. Assistenz kann im Rahmen des so genannten ArbeitgeberInnenmodells stattfinden, das hier der Kürze halber vernachlässigt wird,1 oder durch Anbieter wie ambulante dienste (ad) oder Lebenswege erbracht werden. Beim ambulanten Dienst kann die Hilfe nehmende Person die Assistenzkräfte unter den Angestellten der Firma wählen oder selbst »mitbringen«.
Die feministische Debatte um Sorgearbeit hat blinde Flecken im ökonomischen, neoklassischen Denken aufgedeckt: Monetarisierte Bereiche der Ökonomie werden privilegiert und die unbezahlte Sorgeökonomie unsichtbar gemacht. Doch auch die feministische Literatur blieb vielfach »lokal«, viele Ergebnisse gelten nicht universell. Es gibt ein wachsendes akademisches (und politisches) Interesse an der Migration von Frauen aus dem Süden in den Norden, wo sie in Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen arbeiten.
Die radikale Open-Source-Bewegung stellt die kapitalistischen Eigentumsrechte in Frage und sollte auf viele Bereiche ausgedehnt werden, nicht zuletzt auf die pharmazeutische Industrie als eine der größten Bastionen intellektueller Eigentumsrechte. Die Ausweitung der Gemeingüter ist möglich – sie ist eine ethische und keine ökonomische Frage. Heute ist alles in »Krise«: die Finanzkrise, die Wirtschaftskrise, die Kreditkrise, die Ernährungskrise, die Klimakrise oder schlicht die alles umfassende globale Krise. In den ersten drei Monaten des Jahres 2009 hat die Financial Times das Wort 6 465 Mal verwendet. Wie »Terror« die Bush-Ära, bestimmt das Wort »Krise« die heutige Zeit. Und genau wie »Terror« wird »Krise« derart aus dem Kontext gerissen und aus einer ausschließlich westlichen Perspektive verwendet, dass die tieferen Ursachen der Krisen und die Verbindungen zwischen ihnen verdeckt werden.
Dank der medialen Katastrophendiskurse hat im Alltagsverstand der meisten Menschen die Frage an Bedeutung gewonnen, in welcher Weise die eigene Form der Existenzsicherung mit dem Zusammenfallen globaler Kreditsysteme verknüpft ist. An welchem Punkt der ökonomischen Entwicklung wird mein Auftrag- oder Arbeitgeber kein Geld mehr haben, Löhne oder Honorare zu zahlen? Wo gilt dies auch für bisher als sicher verstandene Arbeitsplätze? Wie verändern sich die ohnehin repressiven Praxen der zuständigen Arbeitsagentur, wenn Haushalte der Kommunen vollständig zusammenbrechen? Da selbst Fachleute das Ausmaß vor uns liegender ökonomischer Zusammenbrüche und daraus folgender Kettenreaktionen nicht für einschätzbar halten, sind dies keine rein diskursiven Inszenierungen, sondern Ausdruck einer tatsächlich ungewissen Zukunft.
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SEX AT THE FORUM

SEXUELLE GERECHTIGKEIT UND DIE GLOBALISIERUNGSKRITISCHE BEWEGUNG
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KAMPF UM HEGEMONIE

DIE GESUNDHEITSREFORM IN DEN USA